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created 14-02-2011

update: 22-04-2014

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BOOK ON SCHIEDMAYER

 

Concept of outline

 

 

 

Johann David Schiedmayer

Johann David * 1743 - † 1805

Johann Lorenz Schiedmayer

Johann Lorenz * 1786 - † 1860

Adolf Sr Schiedmayer

Adolf Sr.

Hermann Sr.

Hermann Sr.

Adolf Jr.

Adolf Jr.

Hermann Jr.

Hermann Jr.

Gustav Schiedmayer

Gustav Schiedmayer

 

Charlottenstrasse 4

Charlottenstrasse 4

Pyramidenflügel 1810

Pyramidenflügel 1810

Flügel 1812

Flügel 1812

Tafelform 1815

Tafelform 1815

Pianoforte 1830

pianoforte 1830

Fabrik 1854

Fabrik 1854

Nanette Streicher

Nanette Streicher

Advertentie

 

PIANO MECHNANIK
(aus: Wikipedia DE)
Während heute einige wenige Ausführungen des gleichen Klaviermechanik-Typs den Markt beherrschen, gab es am Anfang der Geschichte des Hammerklaviers beinahe so viele Mechanik-Konstruktionen wie Klavierbauer. Zwei Grundtypen kristallisierten aber sich schnell heraus: die Prellmechanik, auch „Wiener Mechanik“ oder „Deutsche Mechanik“ genannt, und die Stoßzungenmechanik, auch „Englische Mechanik“ genannt. Während sich die Stoßzungenmechanik gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzte, weiterentwickelt wurde und den heute standardisierten Mechaniktyp darstellt, findet sich die Wiener Mechanik heute nur noch in historischen Instrumenten und deren Nachbauten.

Die Hammerköpfe sind bei Hammerklavieren kleiner und leichter als heute. Bei einigen frühen Instrumenten (u. a. bei Tangentenflügeln und Instrumenten von Johann Andreas Stein) bestanden diese zunächst nur aus Holz, manchmal sogar aus Elfenbein, so dass der erzeugte Klang demjenigen eines Cembalos sehr nahe kam. Sehr bald aber wurden sie mit Leder bezogen. Schon bald wurde mit Kombinationen von Filz und Leder experimentiert. Erst nachdem Henri Pape 1826 ein Patent auf die Befilzung von Hammerköpfen angemeldet hatte, konnte sich Filz als alleiniges Hammerkopfbezugsmaterial immer mehr durchsetzen, bis sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Filz als alleiniges Material etablierte.

 

 

 

 

Stammbaum Schiedmayer


Den Ruhmesschild der Verdienste stets blank erhalten


aus: Zeitschrift für Instrumentenbau |Band 2, no 6, 15. December  1881, S. 69-70 |www.harmoniumnet.nl 2010 |Frans van der Grijn |Martin Schubert textkontrolle
Johan Lorenz Schiedmayer
* 02-12-1786 † 05-04-1860

 

Den Ruhmesschild der Verdienste stets blank erhalten

aus: Zeitschrift für Instrumentenbau |Band 2, no. 6, 15. December  1881, S. 69-70 |www.harmoniumnet.nl 2010 |Frans van der Grijn
Schiedmayer, Johann Lorenz, Instrumenten-Fabrikant, Stuttgart
2.XII.1786-3.IV.1860. Grabrede 5.IV.1860 von Stadtpfarrer Knapp.
Stuttgart: K. F. Hering & Co. o.J. (1860)


Johann Lorenz Schiedmayer der Begründer der Clavier-industrie in Württemberg, ward geboren am 2. Dec. 1786 zu Erlangen. Auf Veranlassung des Stuttgarter C.F. Dieudonné, dessen Bekanntschaft er in Wien gemacht hatte, kam Schiedmayer im Juni 1809 nach Stuttgart, um dort den Bau von Clavier-Instrumenten, der noch fast gar nicht in der Württembergischen Hauptstadt geübt worden, zu betreiben.

Schiedmayer verfügte nur über sehr bescheidene Mittel, jedoch hatte Dieudonné schon in Wien mit richtigem Blicke erkannt, welch' tüchtige Kraft ihm in seinem zukünftigen Theilhaber zu Hülfe käme.
Johan Lorenz Schiedmayer hatte bei seinem Vater Johann David Schiedmayer, churfürstl. Hofinstrumentenmacher zu Erlangen (geb. daselbst 1753), schon von klein auf den Clavierbau kennen gelernt. Er siedelte mit nach Nürnberg über, wo selbst der Vater David Schiedmayer am 20. März 1805 starb.

Mancher Flügel, manches Spinett ist da durch seine Hände gegangen. Sein Wissensdrang trieb ihn hinaus in die Welt.  Er arbeitete mehrere Jahre in Wien bei  verschiedenen Meistern, bis er seiner Zeit dem Rufe nach Stuttgart folgte.

Im August 1809 fingen Schiedmayer und Dieudonné, beide junge schaffenslustige Männer, in einem kleinen Gartenhaus das gerade Raum für einen Flügel bot, zu arbeiten an.  Mit mancherlei Mühen und Entbehrungen - mit irdischen Glücksgütern war eben keiner ausreichend gesegnet - wurde der erste Flügel vollendet, der so gut ausfiel, dass er sofort um fl. 500 von einer angesehenen musikalischen Stuttgarter Familie erworben würde.  Neue Bestellungen erfolgten. Wie Schiedmayer später oft erzählte. war der Erlös dieses Flügels der Anfang zu ihrem Glück, denn ihre Mittel waren derart erschöpft, das ihnen ein weiterarbeiten ohne dieses Geld absolut unmöglich gewesen wäre.  Doch gar bald änderten sich die Verhältnisse zum Besseren. Die Firma Dieudonné & Schiedmayer bezog ein geräumiges Local, und schliesslich wurde im Jahre 1821 ein grosser Neubau in der Neckarstrasse aufgeführt, dem später Erweiterungen folgten. Die Instrumente erwarben sich bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus durch ihre Gediegenheit grossen Ruf - die Bestellungen mehrten sich von Tag zu Tag. Im 1825 starb Dieudonné und J.L. Schiedmayer übernahm das Geschäft auf elleinige Rechnung und unter seinem Namen.

Stets bemüht Verbesserungen anzubringen, war er der erste in Deutschland, der die englische Flügelmechanik auf Tafelpianos in Anwendung brachte. Claviere nach dieser Construction wurden bis auf unsere Zeit in grosser Anzahl in der verschiedenen Stuttgarter Fabriken gefertigt.
Dem Flügelbau widmete Schiedmayer besondere Aufmerksamkeit. Verschiedenartigste Constructionen sind Beweis für seine grosse Begabung und praktischen Kenntnisse. Auch auf dem Gebiete der Maschinenconstruction versuchte er sich viel in seiner Freizeit, so ist eine Schieberregulirung  an einer Gattersäge nach seiner Construction noch heute mit bestem Erfolg in der Fabrik im Betrieb.
Als sich das Geschäft immer mehr ausdehnte, konnte es ihm nur sehr erwünscht sein, das er seine beiden ältesten Söhne Adolf (geb. 1819) und Hermann (geb. 1820), nach dem dieselben in den ersten Etablissements von London, Paris und St. Peterburg gearbeitet hatten, als Theilhaber aufnehmen konnte. Bei dieser Gelegenheit - es war im Jahre 1845 - wurde die Firma Schiedmayer & Söhne angenommen, wie solche noch heute unverändert besteht.  Zu jener Zeit erhielt J.L. Schiedmayer die erste Auszeichnung: die Württemb. Gewebl. Medaille in Gold.

Die neu eingetretenen jungen Kräfte brachten mancherlei Neues mit. Vor Allem wurde dem Bau der Pianinos mehr Aufmerksamkeit zugewendet, welche der Vater nie als "vollberechtigte" Instrumente anerkennen wollte. Für ihn, den Meister von der alten Schule, gab er nur Flügel und Tafelform, die neue Geschichte mit der Pianinoform wollte ihm nicht plausibel erscheinen. Inzwischen wurde auch der Maschinenbetrieb eingerichtet, und eine Dampfmaschine - lange Zeit die einzige in den Stuttgarter Clavierfabriken - aufgestellt. Darauf kamen die Ausstellungen von London 1851, München 1954, Paris 1855, welche mit höchsten Auszeichnungen den Ruhm des Hauses mehrten.
König Wilhelm von Württemberg verlieh im Jahre 1854 der Firma die grosse goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Inzwischen waren zwei jüngere Söhne, Julius (geb. 1822, gest. 1879) und Paul (geb. 1828), vom Auslande zurückgekehrt. Der Vater erbaute ihnen im Jahre 1854 eine eigene Fabrik, worin sie unter der Firma J. & P. Schiedmayer den Bau von Harmoniums betrieben. Im Jahre 1860 trat hierzu noch die Fabrikation von Pianinos und Flügeln, die Fabrikate erfreuen sich bekanntlich eines sehr guten Rufes.
Unermüdlich arbeitete J.L. Schiedmayer weiter, bis ihn im März 1960 der Tod ereilte. Sein Verlust wurde allgemein schmerzlich bedauert, denn er war seinen Leuten ein guter Herr. Man hatte Respect vor seinen vielen Kenntnissen; dabei war er unendlich leutselig und hatte für jeden ein  gutes Wort. Im October des nächsten Jahres folgte ihm sein zweiter Sohn Hermann ein frühes Grab. Für den ältesten Sohn Adolf ein harter Schlag! Es musste überwunden werden.

Unverdrossen wurde weitergestrebt, die ehrenden Auszeichnungen auf den Ausstellungen zu  London 1862, Paris 1867 sind beredtes Zeugnis dafür. Im Jahre 1871 erstand dem jetzigen Geschäftsinhaber eine Stütze in seinem Sohne Adolf (geb. 1847) und seinem Neffen Hermann (geb.1949) Sohn des verstorbenen Bruders Hermann.
Beide seit 1876 Theilhaber der Firma heben mehrjährige Studienreisen in Norddeutschland, Frankreich, England und Nordamerika unternommen und wurden dem erprobten alten Stamme frische grünende Zweige.

Neue Bauten wurden errichtet. Im Jahre 1873 wurde in Wien die Auszeichnung höchster Ordnung, das Ehrendiplom,  errungen. Zur selben Zeit war die Einweihung einer neuen grossen Dampfmaschine mit vollständig allen für die Clavierfabrikation nöthigen Hülfsmaschinen. Im Jahre 1877 folgte die Ernennung zum Hoflieferanten Seiner Majestät des Königs von Württemberg.

Die Sydney Ausstellung 1879 brachte neue Auszeichnungen, Melbourne 1880 die goldene Medaille erster Classe. Auf der Württemb. Landes-Gewerbe-Ausstellung 1881 wurde die Firma neben dem Ehrendiplom (der höchsten Auszeichnung) durch Ernennung des ältesten Chefs Adolf Schiedmayer senior zum Commerzienrath noch ganz besonderes ausgezeichnet.

So lebt seiner Hände werk fort, wenn auch schon länger als zwei  Jahrzehnte der Grabeshügel sich über dem rüstigen rastlosen Mann geschlossen hat.
J.L. Schiedmayer hat das Verdienst, dem Namen Schiedmayer einen guten Klang in der Geschichte des Klavierbauers gegeben zu haben.

Es ist die Ehrenpflicht der Nachkommen, den Ruhmesschild der Verdienste ihren Vorfahren rastloses Weiterstreben stets blank zu erhalten.